Flugbericht 1. Preisflug – Sarrebourg

AuflassortSarrebourg
Entfernung149km
Flugdatum26.04.2026
Wetter/Wind15° NO
Gesamtzahl Tauben1241
Konkursdauer RV14 min.
Einsatz/Registriert24/24
Eigene RV-Preise9

Ergebnis meines Schlages

Der erste Preisflug ab Sarrebourg über 149 km war für meinen Schlag ein solider Einstieg in die Saison. Von 24 gesetzten Tauben wurden 24 registriert. Im RV-Ergebnis konnten 9 Tauben in den Konkurs fliegen.

Die erste eigene Taube kam um 10:55:30 Uhr. Die letzte eigene RV-Preistaube wurde um 11:03:24 Uhr registriert. Damit lagen alle eigenen Preistauben innerhalb des engen RV-Konkursfensters von 14 Minuten.

Auffällig war, dass nach dem Konkursende noch mehrere eigene Tauben relativ zeitnah folgten. Das zeigt, dass nicht nur die Preistauben gut kamen, sondern ein größerer Teil der Mannschaft grundsätzlich im Bereich des Konkursfensters lag. Für den ersten Flug ist das positiv, auch wenn noch Luft nach oben vorhanden ist.


Analyse des Flugverlaufs

Die Bedingungen waren mit mäßiger NO-Windrichtung nicht ganz einfach. Bei Nordostwind müssen die Tauben sauber auf Linie kommen und dürfen sich nicht zu stark seitlich versetzen lassen. Gerade auf einem kurzen Flug über 149 km entscheidet dann jede kleine Orientierungskorrektur über mehrere Preisplätze.

Die Konkursdauer von nur 14 Minuten bei 1241 Tauben zeigt, dass der Flug sehr kompakt entschieden wurde. In so einem engen Fenster machen bereits 30 bis 60 Sekunden einen deutlichen Unterschied in der Preislistenposition.

Meine erste Taube war gut im Rennen, aber der Schlag kam nicht geschlossen genug in der absoluten Spitze. Die ersten 9 Tauben lagen sauber im Konkurs, danach öffnete sich die Ankunft etwas. Das spricht weniger für ein grundsätzliches Konditionsproblem, sondern eher für Unterschiede in Orientierung, Schlagbindung, Einflugdisziplin und individueller Tagesform.


GPS-Untersuchung

Zusätzlich wurde der Flug anhand von GPS-Daten genauer untersucht. Die Taube DV1242-23-0070 trug einen GPS-Ring und liefert dadurch einen deutlich tieferen Einblick als die reine Ankunftszeit. Gerade diese Taube ist für die Analyse besonders interessant, weil sie genau zu der Gruppe gehört, die ich eigentlich im RV-Konkurs erwartet hätte: nicht die absolute Spitzentaube, aber eine Taube aus dem Mittelfeld, die bei normalem Verlauf sicher in den Preisen liegen sollte.

Die reine Ankunftszeit zeigt nur das Ergebnis. Die GPS-Daten zeigen dagegen, wie dieses Ergebnis entstanden ist. Dabei wird deutlich, dass die Taube nicht einfach „leer“ oder körperlich am Ende war. Sie flog über weite Strecken mit stabiler Geschwindigkeit und zeigte keinen klassischen Einbruch. Der Verlauf spricht eher dafür, dass die entscheidende Zeit nicht durch fehlende Energie am Ende verloren ging, sondern durch die Fluglinie, den Schwarmanschluss, die Höhenarbeit und die fehlende letzte Rennschärfe in der mittleren Flugphase.

Besonders auffällig ist, dass die Taube nach einer schnellen Anfangsphase nicht dauerhaft im hohen Tempo weiterflog, sondern in einen stabilen, aber nicht mehr konkursentscheidenden Reiserhythmus wechselte. Das ist genau der Unterschied, der auf einem kurzen Flug über ca. 190 km entscheidend ist: Eine Taube muss nicht nur heimfinden und konstant fliegen, sondern sie muss von Anfang bis Ende im Rennmodus bleiben. Schon wenige Minuten Zeitverlust reichen aus, um aus dem RV-Konkurs zu fallen.

Bei DV1242-23-0070 lag die Ankunft nur wenige Minuten hinter dem Konkursende. Das macht die Taube für die Analyse besonders wertvoll. Sie war nicht weit abgeschlagen, sondern repräsentiert genau jene Gruppe, die knapp aus dem Preisbereich herausgefallen ist. Deshalb zeigt der GPS-Verlauf sehr gut, wo die Mannschaft insgesamt Zeit verloren hat: nicht durch einen kompletten Leistungseinbruch, sondern durch fehlende Konsequenz im Tempo und vermutlich durch eine nicht optimale Linie beziehungsweise eine ungünstige Flugphase.

Für mich ist diese Erkenntnis wichtig, weil sie die Bewertung des Fluges differenzierter macht. Das Ergebnis war aus reiner Preissicht nicht zufriedenstellend. Gleichzeitig zeigen die GPS-Daten, dass die Tauben körperlich nicht komplett versagt haben. Die Grundlage war vorhanden, aber die nötige Schärfe, um die Mittelgruppe sicher in den Konkurs zu bringen, hat gefehlt. Genau an diesem Punkt muss in den kommenden Wochen gearbeitet werden: mehr Stabilität im Verband, bessere Rennschärfe, klare Heimorientierung und eine Fütterung, die Frische und Tempo unterstützt, ohne die Tauben zu schwer zu machen.

Fazit:
Die GPS-Auswertung der DV1242-23-0070 zeigt, dass die Mittelgruppe nicht wegen fehlender Substanz komplett weggebrochen ist. Der Zeitverlust entstand eher durch Flugverlauf, Tempoverlust und fehlende letzte Konsequenz im Rennmodus. Gerade deshalb ist diese Taube ein wichtiger Gradmesser für die weitere Steuerung der Mannschaft.

Bewertung

Für mich war der erste Preisflug nicht optimal. Mit 9 RV-Preisen aus 24 gesetzten Tauben ist das Ergebnis zwar erklärbar, aber es liegt unter dem, was ich mir von der Mannschaft erwartet hätte. Gerade weil mehrere Tauben grundsätzlich im Anschluss an das Konkursfenster kamen, war erkennbar, dass Potenzial vorhanden ist – die geschlossene Spitzenleistung hat aber noch gefehlt.

Ein wichtiger Punkt in der Einordnung ist die schwierige Vorbereitung. Durch die aktuelle Haustrainingssituation waren oft nur kurze Einheiten von maximal etwa 20 Minuten möglich. Dadurch fehlte der Mannschaft wahrscheinlich noch die nötige Flugroutine, Grundspannung und Kondition, um über die gesamte Distanz geschlossen und stabil im Tempo zu bleiben.

Das Ergebnis ist deshalb nicht schönzureden, aber nachvollziehbar. Die ersten Tauben haben gezeigt, dass die Basis vorhanden ist. Jetzt muss die Mannschaft über besseres Training, mehr Rhythmus und saubere Heimkehrdisziplin schrittweise stabiler werden.


Fazit

Der erste Flug ab Sarrebourg war ein guter Standorttest. Die Form ist vorhanden, aber noch nicht vollständig stabilisiert. Die GPS-Untersuchung zeigt, dass die reine Fütterung nicht der einzige Hebel ist. Entscheidend wird jetzt, die Tauben weiter in Richtung konstante Fluglinie, bessere Orientierung, sauberen Endanflug und geschlossenere Heimkehr zu entwickeln.

Für den weiteren Saisonverlauf ist dieser Flug eine wichtige Basis:
Die Spitze ist da – jetzt muss die Breite der Mannschaft näher an diese Spitze herangeführt werden.