Über mich

Ich bin 45 Jahre alt, Familienvater von zwei Jungs und arbeite als Ingenieur in der Automobilindustrie. Struktur, Analyse und sauberes Arbeiten prägen nicht nur meinen Beruf, sondern heute auch meine Herangehensweise im Brieftaubensport.

Meine Begeisterung für Brieftauben begann sehr früh. Mit sieben Jahren bekam ich mein erstes Taubenpärchen geschenkt – ein prägendes Erlebnis. Mit zehn Jahren wurde ich jedoch von meinen Tauben getrennt, da meine Eltern dagegen waren. Der „Virus“ verschwand trotzdem nie. Der sonntägliche Gang zum Taubenmarkt wurde zur festen Routine, die Faszination blieb – wenn auch aus der Distanz.

Mit dem Umzug nach Deutschland zum Studium rückte der Brieftaubensport weiter in die Ferne, verschwand aber nie aus meinen Gedanken. Über viele Jahre spielte ich mit dem Wunsch, selbst Tauben zu halten. Beruflich war ich jedoch stark eingespannt, viel unterwegs, und für mich war klar: Dieses Hobby verlangt Zeit, Verlässlichkeit und Konsequenz – Dinge, die ich damals nicht in dem Maße bieten konnte.

Mit der Corona-Zeit änderte sich vieles. Beruflich wurde ich sesshafter, gleichzeitig stiegen beruflicher und familiärer Druck deutlich an. Genau in dieser Phase begann ich bewusst nach einem Ausgleich zu suchen – und erstmals ernsthaft darüber nachzudenken, selbst Tauben zu halten.

Der Einstieg in den Brieftaubensport war jedoch von großem Respekt geprägt. Als Quereinsteiger hatte ich Sorge, den zeitlichen Anforderungen nicht gerecht zu werden und zu scheitern. Um diese Hürde bewusst kleiner zu halten, begann ich zunächst mit der Zucht von Rassetauben. Der Aufwand war überschaubar, Fehler waren weniger gravierend – ein sinnvoller erster Schritt.

Parallel dazu begann ich, mich intensiv weiterzubilden. Die Inhalte von „Berger fragt“ und „Frag den Berger“ prägten mein Verständnis nachhaltig. Die wissenschaftlich saubere, logisch aufgebaute Erklärung vieler Zusammenhänge gab mir zunehmend das Vertrauen, dass ein strukturierter Einstieg in den Brieftaubensport möglich sein könnte – wenn man sich konsequent an fundierte Konzepte orientiert. Gleichzeitig merkte ich, dass mich die Rassetaubenzucht nicht vollständig erfüllte. Zu viel Wissen, zu viel Analyse – für mich fehlte die sportliche Dimension.

Aus Respekt vor dem zeitlichen Aufwand wählte ich zunächst einen Mittelweg: Ich züchtete selbst und setzte die Tauben auf One Loft Races (OLR). Zwei Jahre lang verfolgte ich dieses Konzept. Es war lehrreich, aber am Ende nicht überzeugend. Ich bin kein reiner Beobachter – ich möchte Dinge selbst in der Hand haben, Prozesse gestalten und beeinflussen.

Also nahm ich meinen Mut zusammen und sprach offen mit meiner Frau über meine Entscheidung, dieses Hobby ernsthaft zu verfolgen – inklusive des damit verbundenen Zeitaufwands. Die Begeisterung hielt sich verständlicherweise in Grenzen, aber ein Satz meines damaligen Vorgesetzten blieb mir im Kopf: „Die Zeit für ein Hobby nimmt man sich – die gibt dir niemand.“

Ich suchte gezielt nach einem neuen Schlag, da in meinem bisherigen Wohngebiet kein Freiflug möglich war. Schließlich fand ich einen Schlag, in dem bereits frühere RV-Meister erfolgreich gereist hatten – eine gute Grundlage. Meine erste Jungtaubensaison verlief zu meiner eigenen Überraschung ordentlich. Nicht an der Spitze, aber für einen Anfänger solide: Platzierungen im ersten Viertel der RV.

Heute, nach zwei Jahren Jung- und Altreisen, bewege ich mich leistungsmäßig immer noch in diesem Bereich. Das ist mir nicht genug. Deshalb habe ich im vergangenen Herbst begonnen, mein gesamtes Vorgehen konsequent zu hinterfragen, zu analysieren und neu zu strukturieren – ohne Ausreden, ohne Gewohnheiten zu schonen.

Aus genau diesem Prozess ist diese Seite entstanden. Sie soll dokumentieren, wie ich versuche, den Brieftaubensport datenbasiert, systematisch und nachvollziehbar zu betreiben – mit dem Anspruch, Fehler früh zu erkennen, Zusammenhänge zu verstehen und mich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Ich lade dich ein, diesen Weg mitzuverfolgen.