Die Vorbereitung unserer Reiseweibchen in 3 Phasen
Die Vorbereitung unserer Reiseweibchen erfolgte nicht über einen abrupten Wechsel, sondern über ein bewusst aufgebautes System in mehreren aufeinander abgestimmten Phasen. Ziel war es, die Tauben zuerst stoffwechselmäßig zu entlasten, sie danach kontrolliert in Paarung und Brutstimmung zu bringen und sie anschließend sauber in den Trainings- und Reisemodus zu überführen.
1. Resetphase – Stoffwechsel entlasten und Grundlage schaffen
Die erste Phase war der Winter-Reset. In dieser Zeit standen nicht Form und Leistung im Vordergrund, sondern die bewusste Beruhigung des Stoffwechsels. Gefüttert wurde eine knappe, aber sichere Basis aus Mifuma Fitness, je nach Witterung mit Paddyreis verdünnt. BergerPerls wurden täglich zusätzlich gegeben, ohne die Tauben energetisch unnötig hochzufahren. Der Plan war temperaturabhängig aufgebaut: bei mildem Wetter leichter, bei Kälte etwas gehaltvoller, aber bewusst ohne klassische „Powerfütterung“. Ziel war, Dauerüberenergie abzubauen und die Tauben auf eine bessere Fettmobilisierung für die kommende Saison vorzubereiten.
2. Verpaarung, Belichtung und Überbrüten – kontrolliert in den Brutmodus
Nach dem Reset wurde die nächste Phase eingeleitet: die Vorbereitung auf Verpaarung und Brut. Dafür wurde zunächst über einen festen Lichtplan die Tageslänge schrittweise auf bis zu 14 Stunden erhöht, um eine stabile hormonelle Vorbereitung zu schaffen. Parallel dazu erfolgte futtertechnisch der Übergang vom Resetfutter in Richtung Zuchtfutter. Die Umstellung war bewusst fließend, damit die Weibchen ruhig bleiben und der Reset-Effekt nicht verloren geht.
In der anschließenden Brut- bzw. Überbrütungsphase lag der Fokus nicht auf Aufzucht, sondern auf einer kontrollierten Bindung an Partner, Zelle und Nest. Gefüttert wurde eine ausgewogene Mischung aus Mifuma Fitness und Zuchtfutter, ergänzt mit BergerPerls. Gleichzeitig blieb das Hygienekonzept bewusst schlicht: sauberes Wasser, leichte Ansäuerung in sinnvoller Frequenz, tägliche Reinigung der Tränken und keine unnötigen Zusatzprodukte. Ziel dieser Phase war Ruhe, Stabilität und eine saubere Basis, ohne die Tauben schwer oder fett werden zu lassen.
3. Auflassen und Trainingsbeginn – vom Brutmodus in denSaisonstart Reisemodus
Sobald die Weibchen vom Nest aufstanden, begann die Übergangsphase in Richtung Reise. Jetzt wurde das lange Kunstlicht nicht einfach weitergeführt, sondern innerhalb weniger Tage wieder auf normale Tageslänge zurückgenommen, damit der Bruttrieb nicht unnötig erhalten bleibt. Fütterungstechnisch startete diese Phase zunächst wieder bewusst leicht mit Fitness, bevor schrittweise auf ein Reise-Basisfutter umgestellt wurde. Erst gegen Ende der Übergangszeit wurden kleine Anteile von Vanrobaeys Nr. 35 eingebaut, damit die Tauben die späteren Ladekörner frühzeitig kennenlernen, ohne zu schwer zu werden.
Parallel dazu begann das kontrollierte Auflassen und der erste Trainingsaufbau. Dabei stand nicht das erzwungene „Kilometersammeln“ im Vordergrund, sondern ein sauberer Rhythmus: nach Belastung zuerst Entlastung, dann Stabilisierung, anschließend Aktivierung und erst später gezielte Spannung. Besonders wichtig war, dass die Tauben in den Zug kommen, kompakt fliegen, ruhig heimkehren und dabei Frische statt Leerflug entwickeln. Der Trainingsbeginn wurde also bewusst nicht über Druck, sondern über System, Beobachtung und schrittweisen Aufbau gestaltet.
